Hilfen bei Dreimonatskoliken
Beginnen wir mit Medikamenten, die die pharmazeutische Industrie anbietet:
Da ist zunächst “Carminativum babynos”. Diese Tropfen haben einen Volumengehalt an Alkohol von 36%! Bei einer Dosierungsempfehlung von 3 x 3-6 Tropfen täglich nimmt Ihr Baby also bei Maximaldosierung 18 Tropfen täglich zu sich. Schwangeren und Stillenden wird andererseits dringend empfohlen, auf jeglichen Alkohol zu verzichten, um mögliche Schädigungen für das Kind auszuschließen! Weiterhin wird als Gegenanzeige Fructose- und Sorbitolintoleranz aufgeführt. Das heißt, es könnten sich beim Säugling hierdurch schon Allergien herausbilden - dabei wollte man nur versuchen, dem dem armen Wurm die die Bauchschmerzen zu vertreiben.
- Unsere sehr persönliche Einschätzung: Wir würden dieses Medikament unserem eigenen Kind / Enkelkind nicht verabreichen wollen.
Das zweite, von den Entbindungsstationen überwiegend verwendete Mittel “Sab simplex” hat zwar keinen Alkoholgehalt, dafür leider aber mehrere Bestandteile, die bei einem entsprechend disponierten Säugling (mit allergischem Hintergrund aus der Familie) regelrecht die Antikörper auf den Plan rufen, um gegen diese fremden Eindringlinge zu rebellieren und um dabei möglicherweise die erste Allergie zu entwickeln: Himbeer- und Vanille-Aroma, Citronensäure und ebenso verschiedene Süßstoffe.
- Unsere sehr persönliche Einschätzung: Wir würden dieses Medikament unserem eigenen Kind / Enkelkind nicht verabreichen wollen.
Von verschiedenen Seiten haben wir erfahren müssen, daß diese Tropfen die Lage nicht entscheidend verbessern konnten. Vor allem: Es gibt kaum eine Medikation, bei der nicht auch mehr oder weniger starke Nebenwirkungen auftreten können, deren man sich immer bewußt sein sollte (Ist die Einnahme lebensnotwendig, müssen eventuelle Nachteile wegen Nebenwirkungen natürlich zurücktreten!).
Wer nicht gleich zu Medikamenten greifen will, kann es z.B. mit alten Hausmitteln versuchen: Ein Fläschen Fencheltee nach den Mahlzeiten unseres Babies wirkt beruhigend im Magen, kann den Kolikschmerz nicht verhindern, aber etwas dämpfen.
Tragen Sie Ihr Kind in der sogenannten Fliegerstellung herum, Blähungen können so leichter abgehen.
Irgendwo im Internet lasen wir von der Mutter, die ihr kolikgeplagtes Kind in der Babywippe auf die Waschmaschine stellte (gesichert gegen Herunterfallen!) und den Schleudergang einschaltete. Die Nachbarn waren eher bereit, das Summen der Waschmaschine als das Schreien des Säuglings zu akzeptieren, wie sie berichtete.
Nicht ganz so skurril, aber für die Mutter noch aufwendiger ist die nicht seltene Praxis, das Kind - sei es Mitternacht oder vier Uhr morgens - in’s Auto zu packen und so lange durch die Gegend zu fahren, bis es sich beruhigt hat.
Es wird sich wohl kaum ein Nichtbetroffener bei solchen “Handhabungen” das Lächeln verkneifen können, während Betroffene verständnisvoll nicken: Wer sein unablässig schreiendes Kleinkind nicht zur Ruhe kriegt, ist zu fast allem bereit!
Sie könnten aber auch einmal austesten, ob die Dreimonatskoliken Ihres Babies auf eine Allergie oder genauer gesagt auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zurückzuführen sind. Versuchen Sie es einfach, die Chance ist sehr groß, daß Sie damit die Ursache finden können!
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